Vorstellung der Stiftung Friedensbildung

Die Friedensbewegung als Gegenbewegung zum Krieg durchzieht die Geschichte der Menschheit. 1910 erhielt das International Peace Bureau (IPB) einen der ersten Friedensnobelpreise. Albert Einstein protestierte 1914 couragiert gegen den deutschen Militarismus. Am Anfang der jungen Bundesrepublik stand der Protest der Göttinger 18 gegen die Nuklearbewaffnung der Bundeswehr und mit gleichem Anliegen die Ostermarschierer. Machtvoll trat sie um 1980 auf mit den Protesten gegen die sogenannte Nachrüstung: 5 Millionen unterzeichneten den Krefelder Appell, Hunderttausende artikulierten ihren Friedenswillen im Bonner Hofgarten. Unbequem wurde sie dann mit den Protesten gegen die deutsche Beteiligungen am Krieg gegen Jugoslawien, und an der Operation Enduring Freedom (OEF) der USA in Afghanistan. Sie ist weltweit vernetzt und gilt als die „neue Supermacht“ (New York Times). Die weltweite Friedensbewegung protestierte intensiv gegen den völkerrechtswidrigen Irak-Krieg.

Heute ist die Friedensbewegung ein wichtiger Bestandteil des politischen Lebens in Deutschland, immer wieder aktiv bei konkreten deutschen Beiträgen zu kriegerischen Auseinandersetzungen in der ganzen Welt, weniger wahrnehmbar, aber gleichwohl aktiv in den Zeiten dazwischen. Gesellschaftlich verankert in den Kommunen und Stadteilen, in den Kirchen und Gewerkschaften, organisiert  in vielfältigen beruflichen und weiteren Initiativen. Eine davon ist seit 2007 die Stiftung Friedensbewegung (seit 2011 Stiftung Friedensbildung) ihren Schwerpunkt setzt sie in der Friedenspädagogik und Friedenserziehung und in der “Verjüngung der Friedensbewegung”.

Wer arbeitet für sie?

Der Vorstand:

Der Stifter Dr. Peter Becker, Rechtsanwalt aus Marburg, Mitgründer der Deutschen Sektion der International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA) Deutsche Sektion 1989, arbeitete als Hochschul- und Energierechtler. Er gründete die im Energierecht führende Anwaltskanzlei Becker Büttner Held, Berlin München, Köln, Stuttgart, Brüssel.

Reiner Braun ist 56 Jahre alt und engagiert sich seit 1982 in der Friedensbewegung. Er war beim Nato-Gipfel in Straßburg mit in die Hauptorganisation der zentralen Protestkundgebungen eingebunden. Braun ist Historiker und arbeitet als Geschäftsführer bei der Initiative «Internationale Juristen und Juristinnen gegen den Atomkrieg» (IALANA). Viele Jahre war Reiner Braun SPD-Miglied, aus Protest gegen die Hartz-IV-Gesetze trat er aber aus der Partei aus.

Der Beirat:

Dr. Dr. h.c. Jürgen Lütje, Jurist, Präsident der Universität Hamburg (1991 – 2006).
Als Jurist hat er die Entwicklung des Hochschulrechts in Deutschland maßgeblich geprägt. Im Hochschulmanagement und in der Hochschulpolitik hat Jürgen Lüthje wegweisende Reformvorhaben entwickelt und verwirklicht und dadurch wesentliche Beiträge zur Hochschulreform in Deutschland geleistet. Jürgen Lüthje forderte stets die “bestmögliche Bildung für möglichst viele Menschen” .

Dr. med. Angelika Claussen ist niedergelassene Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 1986 ist sie Mitglied in der Ärztevereinigung und seit 2005 Vorsitzende der deutschen IPPNW-Sektion. Dr. Angelika Claußen ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Otto Herz arbeitete nach dem Studium der Psychologie, Pädagogik,  Philosophie und Theologie – in Hamburg und Konstanz in mehreren Bildungsverbänden und von 1981 bis 1984 als letzter “Oberleiter” der Hermann Lietz-Schule, dem Gründungsinternat der Deutschen Landerziehungsheime. Danach geht Herz als wissenschaftlicher Mitarbeiter ans Institut für Interkulturelle Erziehung und Bildung der Freien Universität Berlin. Ab 1987 wurde er im Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest/NRW, tätig für das Projekt “Gestaltung des Schullebens und Öffnung von Schule” (GÖS), für COMED e.V., den Verein zur Förderung von Community-Education, und ist Leiter der Arbeitsstelle Praktisches Lernen, Universität Dortmund. 1993 bis 1997 Mitglied im Geschäftsführenden Bundesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Vorstandsbereich Schule. Sabbatjahr in Calcutta und Darjeeling, Indien, in irischen Internaten und Wahlkampf für den Oberbürgermeister von Leipzig, Wolfgang Tiefensee.  Seitdem ist er freiberuflich tätig. Er ist Gründungsmitglied der Stiftung CIVIL COURAGE.

Winfried Nachtwei: Mitglied des Bundestages (1994 bis 2009), Mitglied des Verteidigungsausschusses und mehrerer Unterausschüsse (Streitkräftefragen Neue Bundesländer; Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung), des Gemeinsamen Ausschusses (“Rumpfparlament” im Spannungs- und Kriegsfall) sowie der OSZE- und der NATO-Parlamentarierversammlung. 2002 bis 2009 Obmann der Grünen im Verteidigungsausschuss und Unterausschuss Abrüstung sowie sicherheits- und abrüstungspolitischer Sprecher der Fraktion. Winfried Nachtwei wurde im Jahre 2003 in die Liste von Persönlichkeiten der vorbeugenden Diplomatie bei den Vereinten Nationen aufgenommen.

Prof. Dr. Herbert Wulf, geb. 1939, leitete das Internationale Konversionszentrum Bonn (International Center for Conversion, BICC) von 1994 bis 2001 und bleibt Research Associate des BICC und Adjunct Senior Researcher am Institut für Entwicklung und Frieden, Universität Duisburg/Essen, wo er früher Geschäftsführer war. Er war Berater des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen UNDP zu Abrüstungsfragen in Nordkorea (1991 und 2002 – 2007), Gutachter und Berater verschiedener UN-Organisationen, so für die Abrüstungsabteilung der UN (UN-Waffenregister und Kleinwaffenkontrolle), für UNDP zur Erstellung des jährlichen Berichtes zu menschlicher Entwicklung (Human Development Report 1991 – 2002), für die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und die UNESCO. 2007 war er als Visiting Scholar am Australian Center for Peace and Conflict Studies der University of Queensland, Brisbane, Australien und ist Research Associate am National Centre for Peace and Conflict Studies, University of Otago, New Zealand. Er arbeitete als Forschungsgruppenleiter (für die Kontrolle des Waffenhandels und der Rüstungsindustrie) beim Stockholm International Peace Research Institute SIPRI und am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg. Seine Forschungsgebiete sind Rüstungskontrolle, Abrüstung, Rüstungskonversion, UN Peace Keeping, Entwicklungstheorie und internationale Beziehungen mit dem Schwerpunkt in Asien. Er ist Lehrbeauftragter am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg.

Schließlich denken wir an Dr. Herrmann Scheer †, der seit der Gründung der Stiftung im Stiftungsbeirat war: Mitglied des Deutschen Bundestages 1980 – 2010; Präsident von EUROSOLAR – der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien; Vorsitzender des Weltrates für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy, WCRE) und des Internationalen Parlamentariernetzwerkes für Erneuerbare Energien; Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, Autor und wissenschaftlicher Publizist, SPD. Dr. Herrmann Scheer verstarb am 14. Oktober 2010 in Berlin.

Geschäftsführung:

Jenny Louise Becker (Diplomjuristin der Universität Köln, M.A. Friedens- und Konfliktforschung, Marburg): Ihr Abitur machte sie an der Freien Waldorfschule Marburg, ist Musikerin und Mutter einer Tochter. Politisch aktiv ist sie in der Öko- und Friedensbewegung seit 1989, ferner tätig im Vorstand der IALANA und in der Redaktion von RESET for a Better World.

Constanze Bade unterstützt das Berliner Stiftungsbüro von Marburg aus. Die Soziologin sitzt im Vorstand von Vamos Juntos Freundeskreis Deutschland-Bolivien e.V. und entwickelt En PAZ “Edutainment” Applikationen. Sie absolvierte den M.A. Friedens- und Konfliktforschung im Marburger Konfliktzentrum.

Alexander Jacoby hatte schon als Kind Angst vor Krieg. Jungen Leuten diese Angst zu nehmen und konkrete gewaltfreie Handlungsoptionen aufzuzeigen findet er unterstützungswürdig. Er ist verantwortlich für die Public Relations der Stiftung Friedensbildung, für EN-PAZ entwickelt er eine Medienkampagne.

Technische Leitung:

Leander von Kraft, Jg. 1976, seit 1996 Projektleitung von zahlreichen Internetplattformen und Spezialist im Bereich Online-Marketing und Online-Video-Distribution. Seit 2002 mit dem DVD- und Internetdiensleister metakraft in Berlin selbständig.